Herbram

Ein Ort mit einer vermutlich viel längeren Vergangenheit als bisher angenommen, belegt oder nachgewiesen wurde.

Zusammengetragen von Paul Mittag – aus Anlass des „Diamantenen – Klassentreffens 2012“ der Volksschulabgangsjahrgänge 1951, 1952 und 1953 in Herbram als Erinnerung an eine gemeinsame Schulzeit.

Herbram – ein Ort der heutigen Großgemeinde Lichtenau ist vermutlich viel älter und hat eine größere Vergangenheit als bisher angenommen, belegt oder nachgewiesen wurde.

Aus diesem Grund hat sich der ehemalige Volksschüler, der auch für einige Jahre in Herbram wohnte, Paul Mittag, auf die Spurensuche gemacht, er wurde von Herbramer dabei tatkräftig unterstützt, und alles Material dessen er habhaft wurde, zusammengetragen und ausgewertet.

Anlass zu dieser heimatkundlichen Aktion ist das geplante „Diamantene Klassentreffen der Volksschulabgangsjahrgänge 1951, 1952 und 1953 am 16. Juni 2012“ in Herbram.

Wenn der heutige Ort „Herbram“ erst mit dem Jahr 1299 schriftlich belegt in Erscheinung tritt, und dieses Datum in den meisten Veröffentlichungen als frühestes Gründungsdatum genannt wird, dürfte er doch wohl zeitgeschichtlich viel älter sein. Darüber sind sich Historiker, Archäologen und Heimatforscher auch einig. Nur es gibt dazu so richtig keine frühzeitlichen schriftlichen Beweise oder Anhaltspunkte (örtliche Funde die ein genaueres Datum zulassen) welche eine solche Mutmaßung zweifelsfrei dann auch belegen.

Zwar gibt es noch weitere frühgeschichtliche schriftliche Vorkommnisse und Deutungen des Namens „Herbram“ – „Her – bram“ und „Here – bram“, aber dazu im Verlauf der Zusammenfassung später mehr und welche Deutung wohl die vermutlich richtige sein könnte.

Aber, bei der Aufarbeitung (Zusammenstellung) der Heimatgeschichte des Ortes Herbram und mit einem unvermeidlichen Blick in die Nachbargemeinden, sind dem Verfasser doch mehrere sehr verdächtige und geschichtliche Parallelen im engeren Umfeld des näheren Geschichtskreises von Herbram aufgefallen, die zu mindestens ein solches zeitgeschichtliches Gedankenspiel einer weit früheren Entstehungsgeschichte des Ortes Herbram durchaus zu lassen.

Wohl wissend das solche Überlegungen keine handfesten Beweise sind und drei oder mehrere Vermutungen bilden keineswegs eine eindeutige Erhärtungen einer bisherigen spekulativen Annahme. Aber, vielleicht können sie dennoch Anregungen sein, dass sich gemeinsam Geschichtsexperten vor Ort erneut mit dem Thema „Entstehung“ auseinander setzen und dabei vielleicht auf bisher noch unbekanntes Beweismaterial stoßen.

Warum nun meine ganz persönlichen Vermutungen? In der umfangreichen Ortschronik im Internet von Asseln, der Ort liegt ja nur drei Kilometer von Herbram entfernt, des Heimatforschers Franz-Josef Manegold, finden wir mehrere solcher wertvollen Hinweise, dass das Eggegebirge und seine bewaldeten Ausläufer in Richtung Herbram, diese dürften bis an den Glasebach gereicht haben, schon frühgeschichtlich durchaus besiedelt waren.

Doch wo sucht man heute nach geschichtlichen Spuren? Noch viel schlimmer ist die eigentliche Tatsache, wo findet man diese heute noch, und wenn man etwas findet, was mag es wohl sein? Der Zweite Weltkrieg mit seinem Bombardement hat fast alle geschichtlichen zentralen Archive in den Kirchen, Bibliotheken, Museen, Verwaltungen, auch wenn sie während des Krieges ausgelagert waren, in Rauch und Flammen aufgehen lassen, bzw. sie wurden auf Veranlassung der Militärregierungen (Besatzungsmächte), heute völlig unverständlich und keineswegs nachvollziehbar, rigoros vernichtet.

Was kann möglicherweise aus meinen, heutigen und zugegeben von mir aufgestellten Spekulationen, geschichtlich daraus für Herbram und die Region herum, abgeleitet werden und welche weiteren Mutmaßungen, oder doch inzwischen handfeste Beweise, könnten dabei helfen, etwas mehr Licht in die geschichtliche Dunkelheit (Vergangenheit) des Ortes zu Füßen der Buchlieth, dem Emdener Wald und am Rande des südlichen Eggegebirges zu bringen?

Erstens – Es sind allerdings nur wenige Überreste (Fundstücke und Erdverfärbungen ) aus so genannten Lagerplätzen von ehemaligen Sippen – von dauerhaften Orten oder Wohnplätzen kann man in einem solchen Zusammenhang allerdings wohl nicht sprechen – da die Menschen eher ruhelose „Wanderhirten“ waren – aus der jüngsten Steinzeit, (ca. 5 000 – 2 000 Jahre vor Chr.), im engeren und sogar weitem Stadtgebiet von Lichtenau gefunden worden.

In dem Zusammenhang wird im Jahresbericht des Westfälischen Museums in Münster, Ausgabe 2006, auf den Seiten 77 und folgenden von Michael Velten, auf einen sogenannten Einzelfund einer ca. sieben cm großen Bronzenadel in der Nähe von Lichtenau hingewiesen.

„Das Fundstück weist unterhalb des abgeschnürten länglichen Kopfes eine sehr feine Verzierung des Schaftes auf. Bei dieser Nadel handelt es sich wohl um ein Unikat, welches wahrscheinlich in die frühe Eisenzeit zu datieren ist. Diese frühe Eisenzeit in Mitteleuropa muss man in den Zeitraum von etwa 8.000 bis 450 Jahre v. Chr. einordnen.

Zweitens – Am uralten „Eiserweg“ zwischen Asseln und Herbram am heutigen Waldrand entlang, befinden sich zwölf heute noch, allerdings schwierig auszumachen, sichtbare Hügelgräber, die der Zeit zwischen 2 000 und 750 v. Chr. zugerechnet werden können. Manegold schreibt weiter, dass die Gräber einen Umfang von 8 bis 16 Meter groß sind und eine Erhebung zwischen 0,40 und 140 cm haben.